Gewächshaus einrichten – Tipps für Garten-Profis

Ihr neues Gewächshaus ist da und auch bereits aufgestellt? Sehr schön! Nun geht es weiter – und zwar Thema „Gewächshaus-Einrichtung“. Wie sollte man sein Gewächshaus sinnvoll einrichten? Wird eine Heizung oder eine Belüftung benötigt? Welcher Boden ist für Auberginen, Gurken und die vielen anderen Gemüse-Sorten richtig? Nachfolgend beantworten wir Ihnen diese und viele weitere Fragen. Noch dazu gibt es wertvolle Tipps von unserem Experten-Team.

Welche Erde sollte im Gewächshaus verwendet werden?

Je nach Bodenanforderungen der Pflanzen im Gewächshaus ist die entsprechende Erde auszuwählen. Sogenannte „Schwachzehrer“ (wie z.B. Bohnen oder Erbsen) gedeihen sogar auf nährstoffarmem Boden. „Starkzehrer“ (wie z.B. Tomaten und Gurken) jedoch benötigen eine besonders nährstoffreiche Erde.

Oftmals findet man die benötigten Bodenanforderungen bestimmter Pflanzen auf dem Etikett der Pflanze, aber natürlich auch in der passenden Fachliteratur oder sie fragen einfach mal in der Gärtnerei um die Ecke oder im Baumarkt in der Gartenabteilung um Rat. Der pH-Wert des Bodens, der Humusgehalt und der Nährstoffgehalt sowie die Bodenart sind wichtige Faktoren. Eine krümelige Universalerde mit hohem Humusgehalt ist für das Anbauen vieler Pflanzen im Gewächshaus eine sehr gute Wahl.

Der Boden sollte auf keinen Fall zu lehmig sein, da es sonst zur Staunässe oder Wurzelfäule kommt. Zu trockene Böden lassen das Wasser zu schnell ablaufen, ohne das es Zeit hat, einzusickern. Wer die Qualität des Bodens verbessern möchte, kann z.B. mit Kompost oder abgelagertem Stallmist düngen und dem Boden so etwas Gutes tun.

Gehwege funktional und logisch anlegen

Die Garten-Gehwege sollen nicht nur optisch schön aussehen, sondern auch sinnvoll angelegt sein. So ist z.B. auch die gute Erreichbarkeit des Gewächshauses nicht zu unterschätzen. Man möchte ja das Gewächshaus betreten, ohne sich jedes Mal die Schuhe abklopfen bzw. abtreten zu müssen. Der Mittelgang im Gewächshaus sollte 50 cm von der Breite her betragen, gerne darf der Weg aber auch breiter sein, wenn genug Platz da ist. Speziell bei der Nutzung einer Schubkarre freut man sich darüber, wenn die Wege im Gewächshaus breit genug sind. Vom Mittelgang lässt man am besten dann kleinere Nebenwege abgehen. Diese sollten zwischen den Beeten im Gewächshaus verlaufen; im rechten Winkel zum Mittelgang. Die Nebenwege so anlegen, dass man ohne Probleme bis in die Mitte der Beete greifen kann. Für die Wege-Gestaltung kommen viele Materialien infrage. Schotter oder Pflastersteine aber auch Gehwegplatten bieten sich hier gut an.

Durch das Gießen der Pflanzen ist es im Gewächshaus logischerweise meist feucht. Daher muss die Rutschgefahr auf den Wegen unbedingt minimiert werden. Dies gewährleistet man durch eine raue Oberfläche der Gehwegplatten oder Pflastersteine. Glatte Materialien eignen sich somit nicht für diese Wege. Holz sieht zwar schön gemütlich und rustikal aus, zersetzt sich bei Feuchtigkeit dann aber doch schnell und zieht noch dazu Schimmelpilze an. Zudem ist die Rutschgefahr bei Holzböden hier im Gewächshaus ziemlich hoch. Sinnvoll ist es auch Rasenkantensteine oder die Gehwege leicht erhöht anzulegen, damit nicht ständig Erde auf den Weg gelangt.

Wichtige Tipps für die richtige Beetform

Das Grundbeet ist die bekannte und klassische Form des Gewächshaus-Beets. Hier kann man bei Bedarf auch diverse Gemüse-Pflanzen mit tiefreichenden Wurzeln ansetzen. Mit dem Untergraben von Kompost oder Mist bereitet man das Beet für die Pflanzen leicht auf.

Der Nachteil von Grundbeeten: Man muss sich beim Arbeiten herunterbücken. Bei zeitlich längeren Arbeiten kann das den Rücken sehr belasten und schädigen. Wer in dieser gebückten Haltung Schwierigkeiten mit dem Rücken etc. bekommt, sollte sich überlegen Bankbeete als Alternative zu nutzen oder auch Gewächshausregale. Die Regale dienen sogar gleichzeitig einer optimalen Raumnutzung, noch dazu kann man mit Gewächshausregalen auch hervorragend Kräuter im Gewächshaus anpflanzen.

Gewächshaustisch eigenen sich wunderbar als Abstellmöglichkeiten für Kübel- und Topfpflanzen. Pflanztische bieten eine rückenschonende Arbeitsplatzform im Gewächshaus, so kann hervorragend umgetopft und gepflanzt werden bei angenehmer Haltung. Manche Pflanzen wie z.B. Tomaten oder Erbsen bilden recht lange Ranken aus. Hier ist die Verwendung von Rankhilfen bzw. Rankgittern angeraten. Diese werden im Grundbeet verankert.

Welche technische Einrichtung im Gewächshaus?

Eine Heizung im Gewächshaus ist sinnvoll und dient dem effektiven Schutz vor Bodenfrost im Winter. Der Betrieb von Heizungen ist mit Strom, Gas oder auch Petroleum möglich. Sind automatische Fensteröffner installiert, regulieren diese die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus. Ebenso kann man einen elektrischen Ventilator installieren, der für den Luftaustausch sorgt.

Ein Wasseranschluss zum Bewässern der Pflanzen ist im Gewächshaus immer ein großer Vorteil. Sehr sinnvoll ist auch die Verwendung automatischer Bewässerungssysteme – so bleibt der Boden stets schön feucht. Nun fehlt an und für sich nur noch ein Stromanschluss sowie eine für feuchte Umgebungen geeignete Beleuchtung und die Einrichtung Ihres neuen Gewächshauses ist komplett!

Diese Dinge dürfen in keinem Gewächshaus fehlen:

  1. Boden: Humusreicher Universalboden für die meisten Pflanzen im Gewächshaus geeignet
  2. Wege: Rutschfeste Steinplatten, Pflastersteine oder Schotter
  3. Heizung: Elektro-, Öl- oder Petroleumheizung
  4. Belüftung: Automatische Fensteröffner, elektrischer Ventilator
  5. Beete: Grundbeete für Pflanzen mit tiefen Wurzeln; Bankbeete und Regale für Kräuter
  6. Sonstiges: Wasseranschluss, Stromanschluss und eine gute Beleuchtung für den Außenbereich

Weiterführende nützliche Informationen: 

  1. Wie Sie Ihr Gewächshaus richtig lüften
  2. Der ideale Standort für ein Gewächshaus
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