Ungeziefer im Gartenhaus

„Back to the nature“ – in der grünen Oase um die eigenen vier Wände kann man das Werden und Wachsen der Pflanzen erleben und auch Genießen. Jedoch ist man als (Hobby-)Gärtner nicht alleine dort! Man teilt sich das grüne Fleckchen Erde mit unzähligen anderen Lebewesen. Diese mehrbeinigen Gesellen nisten sich auch schnell im Gartenhaus ein und werden fix als störendes Ungeziefer empfunden. Nachfolgend zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber, wie man ungewünschte Besucher im Gartenhaus loswird.

Spinnen, Kakerlaken, Ameisen, Stechmücken – was tun gegen ungebetenen Besuch im Gartenhaus?

Aus gesundheitlichem Eigeninteresse und Umweltbewusstsein verbietet es sich heutzutage eine chemische Keule (Gift etc.) zu schwingen. Daher folgen hier gleich viele wirkungsvolle natürliche Tipps und Tricks, die gegen störende Spinnen, Kakerlaken, Ameisen und Stechmücken im Gartenhaus angewendet werden können. Jedoch gibt es – leider – eine Ausnahme: Bei gesundheitsgefährdenden Kakerlaken kommt man mitunter nicht um eine chemische Bekämpfung herum (siehe unten).

Ungeziefer ist jedoch nicht gleich Ungeziefer!

Und: Auch nützliche Gartenbewohner können stören – z.B. die Ameisen.

Wer jedoch Spinnen, Kakerlaken, Ameisen und Stechmücken gleichermaßen als ungewünschtes Ungeziefer abtut, tut der ein oder anderen tierischen Art sicher Unrecht. Auch wenn Spinnen und Ameisen bekannt für ihre Nützlichkeit sind, können Sie in unseren eigenen vier Wänden – auch im Gartenhaus – stören. Mal am Beispiel der Ameise aufgezeigt:

Schon bei 10 Grad Celsius – aber praktisch beim Frühlingserwachen – erwachen die Ameisen auf dem Winterschlaf und lockern emsig den Boden. Kaum steigen die Temperaturen, regt sich das Leben im Garten. Ameisen sind oftmals unter Steinen und Wegplatten zu finden, da es dort dank der Sonne eher warm wird als anderswo. Da kann es schon mal passieren, dass gepflasterte Flächen von den Ameisen untergraben werden. So kann es passieren, dass Steine, dass die Steine, die als Terrassenboden, Weg- oder Begrenzungssteine an Beten verlegt wurden, einsacken und sich verschieben.

Ameisen sind nützlich – sie erfüllen wichtige und sinnvolle Aufgaben in unserem Garten; vertilgen pflanzenfressende Insekten (z.B. Falterraupen, Blattkäferlarven) und schützen so Kulturpflanzen. Außerdem schützen Ameisen aber auch Blattläuse, da sie deren Ausscheidungen – den sogenannten Honigtau – tatsächlich zum Fressen gernhaben. Blattläuse werde gemolken, indem sie diese mit ihren Antennen berühren und so deren Sekretabgabe auslösen. Um schnell an ihre Leibspeise zu kommen, halten sich die Ameisen „ihre Blattläuse“ an strategisch günstig wachsenden Pflanzen. Sie tragen somit leider auch zur unerwünschten Verbreitung der Blattläuse bei.

Schnell werden die an sich nützlichen Tierchen zum Störenfried, wenn die Ameisen gar ins Gartenhaus eindringen. Spätestens, wenn die Lebensmittelvorräte erobert werden, empfindet wohl jeder auch Ameisen als unerwünschtes Ungeziefer. Ähnlich geht es viele Menschen mit Spinnen. Und außerdem sind da noch diverse weitere Schädlinge, darunter Kakerlaken und Stechmücken, die sogar nachweislich gesundheitliche Schäden verursachen können und die man daher unbedingt und dringend loswerden möchte und vor allem sollte.

Hier über 25 Tipps & Tricks gegen unerwünschtes Ungeziefer im Gartenhaus

Nachfolgend erklären wir zu jedem hierzulande typischen Störenfried und Ungeziefer im Gartenhaus geeignete Maßnahmen, um die kleinen Besucher loszuwerden. Dabei wird auf möglichst umweltverträgliche Maßnahmen zur Vertreibung und Bekämpfung des unerwünschten Ungeziefers Wert gelegt.

Wirksame Maßnahmen zur Ameisenvertreibung aus dem Gartenhaus & von der Terrasse

  1. Ameisen werden schnell von Lebensmitteln, z.B. im Gartenhaus, direkt angelockt. Es kann auch sein, dass das Gartenhaus an einer Ameisenstraße liegt und von den Ameisen erkundet und für bewohnenswert empfunden wird, wenn die „Kundschafter“ dort auf Futter stoßen. Daher hier die ersten beiden und wichtigen Regeln gegen Ameisen im Gartenhaus:
  2. Das Gartenhaus fachmännisch vom Dach bis zum Perimeter abdichten, so dass Ameisen nicht durch Ritzen oder Spalte eindringen können.
  3. Kein Futter, welches den Ameisen schmecken könnte, offen im Gartenhaus stehen lassen. Alles Lebensmittel sorgfältig verschließen.
  4. Störende Ameisen vertreibt man am besten aus dem Gartenhaus, indem man im, am oder (zu) nahe dem Gartenhaus angesiedelten Ameisenstaat umsiedelt.

Folgender Trick eignet sich sehr gut: Leere Blumentöpfe mit Holzwolle füllen und diese dann kopfüber auf einer sogenannten Ameisenstraße platzieren und abwarten. Im besten Falle ziehen die Ameisen von alleine in die Holzwolle-Nester. Das erkennt man daran, dass die Ameisen ihre Puppen in die umgestülpten Töpfe transportieren. Ist der Umzug dann abgeschlossen, heben Sie den Blumentopf vorsichtig mit einer Schaufel hoch und tragen ihn einfach zu einem neuen Standort. Ganz wichtig: Damit die Ameisen nicht doch wieder in ihr altes Zuhause zurückkehren, sollte das neue mindestens 30 Meter entfernt von ihrem alten Heim sein!

  1. Gegen unerwünschte Ameisen im Gartenhaus hilft es auch, wenn bereits das Anlegen von Wegen und Terrassen vorausschauend geplant wird. Hierbei kommt es auch auf den Untergrund an: Ein Sandbett z.B. finden Ameisen als Lebensort attraktiver als Basaltsplit. Beim Verlegen der Weg- und Terrassensteine alle entstehenden Fugen möglichst dicht verschließen, z.B. mit einem Mörtel auf Kunstharzbasis. So ist für Ameisen dann kein Durchkommen mehr. Wer seinen Terrassenboden nicht komplett versiegeln möchte, kann zu speziellen Pflasterfugenmitteln greifen. Diese lassen Wasser durch, aber keine Ameisen finden keinen Weg.
  2. Ebenso ist es wichtig seinen Kompost weit genug entfernt vom Gartenhaus aufzubauen, so dass die dort sehr aktiven Ameisen dem Gartenhäuschen nicht zu nahe kommen.
  3. Außerdem gibt es noch dazu verschiedene Duftstoffe, mit denen sich die unerwünschten Ameisen aus dem Gartenhaus vertreiben lassen. Als Duftspender haben sich zum Ameisen-aus-dem-Garten-vertreiben folgende Mittel etabliert: - Hausmittel (Zitronenschale gegen unerwünschte Ameisen im Gartenhaus platzieren), Kräuter (Lavendelblüten, Kerbel, Thymian gegen unerwünschte Ameisen im Gartenhaus auslegen), - Gewürze (Gewürznelken, Chili- oder Zimtpulver sowie Knoblauch gegen unerwünschte Ameisen im Gartenhaus ausstreuen)
  4. Man kann den Ameisen im Gartenhaus auch buchstäblich Grenzen ziehen und ihnen damit zeigen, wo es nicht lang geht: Gartenkalk und Kreide.

Daraus jeweils dünne Linien ziehen, um die unerwünschten Ameisen am Überschreiten der mit der Barriere markierten Grenze zu hindern.

  1. Auch Kupfermünzen (1- oder 2-Cent-Stücke) auf Ameisenstraßen sollen diese umleiten können.
  2. Wenn man einen Gartentisch vor einem Ameisenüberfall schützen möchte, kann man dessen Füße in große wassergefüllte Kaffeebecher oder ähnliche Gefäße stellen und so das Beklettern des Tischs durch die Ameisen erfolgreich verhindern.

Wirksame Maßnahmen gegen Stechmücken im Gartenhaus

Stechmücken sind ab Ende Mai unterwegs und werden schnell zur Plage. Wer kennt es nicht? Schon eine Einzelne kann den Mittag- oder Nachtschlaf rauben. Stechmücken lecken ihre Eier in Gewässer, wo dann ihre Larven schlüpfen, um dem Wasser wenig später als fertige Mücke zu entsteigen. Hier empfehlen wir als Maßnahme gegen Stechmücken im Gartenhaus, genau diese Entwicklung gezielt zu unterbinden. Die Mücken nutzen stehendes Wasser aller Art zur Eiablage, wie sie es eben in Gartenteich, Gießkanne, Regentonne und Vogeltränke finden. Daher hier ein Leitfaden gegen Stechmücken im Gartenhaus:

  1. Den Gartenteich mit Abstand zu Gartenhaus und Terrasse anlegen.
  2. Gießkannen nicht mit Wasser gefüllt im Garten stehen lassen, erst recht nicht in der Nähe von Terrasse und Gartenhaus.
  3. Wasser in Vogeltränken täglich auswechseln, so dass keine Stechmücken nachwachsen können.
  4. Die Larven der Stechmücken, die sich ggf. in einer Regentonne ansammeln, sollten mit einem feinmaschigen Kescher herausgefischt werden. Sicherer ist es, die Regentonne abzudecken und so den Zulauf durch den Deckel zu führen. In Online-Shops findet man verschließbare Regentonnen in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Als Alternative kann man für Regentonnen eine Abdeckung aus feinmaschigem Textil basteln, die zwar das Regenwasser, aber nicht die Mücken zur Eiablage durchlässt.
  5. Stechmückenlarven bekämpft man auch und gut mit biologisch (nicht chemisch!) wirkenden Mitteln, wie sie zur großflächigen Mückenbekämpfung in Naturschutzgebieten zum Einsatz kommen. Hier hat sich der Bacillus thuringensis israelensis (Bti) bewährt, den man in Tablettenform und flüssig im Gartenfachhandel bzw. Baumärkten kaufen kann. Gut zu wissen: Auf das biologische Mittel gegen Stechmücken im Gartenhaus reagieren nur ganz bestimmte Mückenarten, anderen Tiere und Menschen schadet es nicht! So kann man das damit behandelte Wasser aus der Regentonne anschließend bedenkenlos zum Gießen verwenden.
  6. Für alle, die regelmäßig im Gartenhaus übernachten, aber in lauen Sommernächsten nicht alle Fenster und Türen verschließen wollen, lohnt sich die Anschaffung von passenden Moskito-Netzen.

Spinnen im Gartenhaus bekämpfen und beseitigen

Spinnen weben ihre Netze gerne an den Fenstern und nahe der Decke Ihres Gartenhauses. Viele Zweibeiner ekeln sich vor achtbeinigen Spinnen oder haben sogar tiefwurzelnde Ängste vor ihnen (Arachnophobie) - obwohl es dafür keine rationalen Gründe gibt. Spinnen sind eigentlich recht nützliche Gartenhausbewohner, denn sie vertilgen die Mücken, die sich in ihren Netzen verfangen – darunter auch die lästigen Stechmücken. Alle, die also ein gelassenes Verhältnis zu den Spinnen haben, können sie einfach als natürliches Mittel gegen Stechmücken tolerieren.

  1. Wer jedoch nicht Ecken und Fenstersimse voller Spinnennetze hängen haben mag - welche auf Dauer auch ziemlich schmuddelig aussehen - der kann diese Spinnen spinnenfreundlich mit Glas und Papier fangen und einfach vor die Gartenhaustür setzen.
  2. Da Spinnen ihre Netze bevorzugt an windstillen Plätzen weben, hilft auch ein häufiges Lüften gegen Spinnen im Gartenhaus!
  3. Fliegengitter an den Fenstern verhindern zudem, dass den Spinnen die Nahrung ins Netz geht. Auch dies ist eine gute Methode gegen unerwünschte Spinnen im Gartenhaus.

Wer die Spinnen im Gartenhaus loswerden möchte, kann auch zu bewährten Vertreibungsmitteln greifen, darunter:

  1. Mischungen aus ätherischen Ölen von Zitrusfrüchten, Lavendel, Zimt, Pfefferminze oder Zitronenöl
  2. Mischungen aus Spülmittel und Wasser (je 5 Tropfen Spülmittel auf einen Liter Wasser),

die man einfach mit der Sprühflasche überall dorthin sprüht, wo sich Spinnen bevorzugt niederlassen würden. Diese Sprüherei sollte man wöchentlich wiederholen, da die Düfte gegen Spinnen im Gartenhaus mit der Zeit verfliegen.

  1. Oder man reinigt alle abwaschbaren Flächen im Gartenhaus mit Zitronenwasser, um diesen Duft so zu verbreiten.
  2. Ebenso kann die Anpflanzung von Minze und Lavendel unter den Fenstern des Gartenhauses gegen den Einzug von Spinnen im Gartenhaus helfen.

Auf der Terrasse kann man Kerzen mit Lavendelduft aufstellen. Diese sorgen nicht nur für eine angenehme duftende Atmosphäre, sondern vertreiben auch gleichzeitig die Spinnen, die diesen und andere Duftstoffe gar nicht mögen.

Wirksame Maßnahmen gegen Kakerlaken im Gartenhaus

Kakerlaken sind Schädlinge, die unsere Gesundheit gefährden: Sie tragen Pilze, Würmer, Viren oder Bakterien auf ihrem Körper und in ihrem Kot herum, welche bei Menschen krankheitserregend wirken. Daher sollte man Kakerlaken im Gartenhaus immer systematisch bekämpfen!

Dazu sollte man wissen, dass Kakerlaken wahre Überlebenskünstler sind! Um wirksam gegen Kakerlaken im Gartenhaus vorzugehen, helfen folgende Tricks:

  1. Achtung: Erschlagen Sie eine Kakerlake niemals! Das Tier könnte noch rechtzeitig Eier ablegen, die sich beim kraftvollen Erschlagen in der nahen Umgebung verteilen, ohne dass Sie dies verhindern können!
  2. Vertreiben Sie bei leichtem Befall (nur wenigen Kakerlaken im Gartenhaus), die Tiere besser, indem Sie Gurkenschalen auslegen. Dessen Bitterstoffe wirken auf Kakerlaken tödlich! Verteilen Sie die Gurkenschalen im Gartenhaus an von den Kakerlaken bevorzugten Stellen, wo es dunkel und feucht ist, z.B. in Spalten und Ecken des Gartenhauses.
  3. Auch Zuckerrüben-Sirup-Fallen sind wirksam gegen Kakerlaken im Gartenhaus: Daran bleiben sie kleben und sterben schließlich.

Hilft das nicht, sollte man auf chemische Mittel Kakerlakenbekämpfung im Gartenhaus zurückgreifen, denn die Gefahr einer Krankheitsübertragung ist einfach zu groß. Oftmals reicht es im Gartenhaus schon aus, entsprechende Köderdosen zu verteilen, die insektizidhaltiges Futter enthalten.

Für mehr Inspiration zu Gartenhaus und Terrasse besuchen Sie unseren Pinterest-Kanal. Dort haben wir eine Vielzahl an schönen Boards zum Thema Haus, Garten, Terrasse und Gartenhaus für Sie zusammengestellt.

Weiterführende nützliche Informationen: 

  1. Fenster im Gartenhaus richtig einbauen und abdichten
  2. Das richtige Fundament für Ihr Gartenhaus
  3. Gartenhaus im Winter nutzen
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